Beispiel:
- oPix ágo ôko ga Ole. oder oPixqágo ôko ga Ole.
Ompisch ágo ôko ga õle. oder Ompisch'ágo ôko ga õle.
Ich berühre das Wasser mit dem Fuß.
Im Aunaĩ haben Verben eine Grundform, analog zum Infinitiv, und werden in Bezug auf das Subjekt des Verbs durch Präfixe konjugiert, und der Marker der Grundform wird entfernt. Zum Beispiel steht das Verb TeBeh ntembeh in der Grundform und bedeutet gehen, wobei h h der Marker der Grundform ist. Die Konjugationspräfixe kommen in allen Zeitformen vor. Die folgende Tabelle zeigt diese Präfixe nach Person:
| Person | Konjugationspräfix |
|---|---|
| 1. Sg. | o- |
| 2. Sg. | u- |
| 3. Sg. | ê- |
| 1. Pl. | ora- |
| 2. Pl. | ura- |
| 3. Pl. | ê- |
Mit Ausnahme der 3. Person, sowohl im Plural als auch im Singular, kennzeichnen die Konjugationen eindeutig das Subjekt des Satzes. Außerdem ist Aunaĩ eine VSO-Sprache1 und das Verb, das bereits das Subjekt bestimmt, steht normalerweise an der ersten Position. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass das Pronomen im Aunaĩ ausgelassen oder je nach Kontext auch zur Betonung verwendet wird. Zum Beispiel haben die folgenden beiden Sätze mit dem Verb trih trih (sehen) dieselbe Bedeutung:
In Fällen mit ausgelassenem Pronomen, wie wir sehen werden, nimmt die Zeitkennzeichnung die Stelle des Pronomens ein.
Im Allgemeinen haben die Verben eine Grundkonjugation, die für alle Modi und Zeiten gilt, da zum Beispiel die Zeitkennzeichnung beim Pronomen oder Substantiv erfolgt. Diese Konjugation wird durch einfache Agglutination des Konjugationspräfixes an den Infinitiv und Entfernung des Infinitivmarkers h h gebildet.
Unten finden wir die Konjugation der Verben TeBeh ntembeh (gehen) und trih trih (sehen):
| Person | TemBeh ntembeh | trih trih |
|---|---|---|
| 1. Sg. | oTeBe ontembe | otri otri |
| 2. Sg. | uTeBe untembe | utri utri |
| 3. Sg. | êTeBe êntembe | êtri êtri |
| 1. Pl. | oraTeBe orantembe | oratri oratri |
| 2. Pl. | uraTeBe urantembe | uratri uratri |
| 3. Pl. | êTeBe êntembe | êtri êtri |
Unter bestimmten Bedingungen können oder müssen die Verben modifiziert werden, um eine fließendere Klangfarbe auszudrücken.
Wenn das Verb, deren letzte Silbe unbetont ist, auf einen Vokal endet und das folgende Wort mit einem Vokal beginnt, kann der Endvokal des Verbs ausgelassen werden. Das Verb und das folgende Wort können zusammengeschrieben werden, wenn sie Teil desselben Verbalsyntagmas sind.
Beispiel:
Dieses Phänomen ist bei Verben im Fließmodus sehr häufig.
Wenn ein Verb mit einem Vokal beginnt, muss der Vokal hiatusiert und ihm ein n vorangestellt werden, um Vokalgruppierungen zu vermeiden. Im umgeschriebenen Aunaĩ verwendet man nh und den Modus der Mittelbarkeitentsprechenden Grundvokal. Bei Verben, die mit einem hiatischen Vokal erhält die Konjugation immer die transiente Nasalierung.
Beispiel:
okoxih okoschih (trinken) in der ersten Person o- o-:
iázah jáßah (fehlen) in der dritten Person ê- ê-
Die Negation eines Verbs erfolgt immer mit dem Negationsadverb Bi mbi.
Beispiel:
okoxih okoschih (trinken):
iázah jáßah (fehlen):
Zusammengesetzte Verben werden aus einem Basisverb und einer verbalen Ergänzung gebildet, die als Modifikator des Verbs fungiert, verbunden durch q, ' (Glottisschlag).
Beispiel:
Das Aunaĩ hat fünf Verbmodi:
Sprachen werden als VSO kategorisiert, wenn die allgemeine Wortstellung Verb-Subjekt-Objekt entspricht. ↩